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FDZ Ruhr am RWI: Im Ruhrgebiet kleinräumig bedeutende Unterschiede bei der Verteilung von Menschen mit Migrationshintergrund

Press release from 07 November 2016

Bei der Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland spielt auch deren räumliche Verteilung eine Rolle. Eine aktuelle Analyse des FDZ Ruhr am RWI mittels einer Rasterdarstellung auf Ein-Quadratkilometer-Ebene zeigt für das zentrale Ruhrgebiet, dass Menschen mit Migrationshintergrund dort häufig in den nördlichen Stadtteilen leben, Stadtgrenzen aber offenbar nur wenig Einfluss auf ihre räumliche Verteilung haben.

In vielen Städten des Ruhrgebiets leben überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund. Innerhalb dieser Städte ist ihr Anteil jedoch sehr unterschiedlich hoch. Das zeigt eine aktuelle Analyse des FDZ Ruhr am RWI. Demnach lassen sich in allen betrachteten Städten Gebiete mit besonders hohem und besonders geringem Anteil erkennen. Im zentralen Ruhrgebiet rund um Mülheim, Essen, Bochum und Dortmund zeigt sich die bekannte Trennung in die nördlichen und die südlichen Teile der Städte deutlich. Neben dieser regional bekannten „Trennung an der Autobahn A40“ zeigen die Karten aber auch, wie wenig Bedeutung die Stadtgrenzen bei dieser kleinräumigen Verteilung haben. Vom Bochumer Nordwesten über den Gelsenkirchener Süden, den Essener Norden, Gladbeck und den Bottroper Süden zieht sich eine Linie mit erhöhten Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Haushalte mit Migrationshintergrund in Städten des Ruhrgebiets

Möglich wird diese detaillierte Betrachtung durch kleinräumige Rasterdaten. Sie zeigen einzelne Städte nicht lediglich als homogene Einheit, sondern in Abschnitten von einem Quadratkilometer Größe. So können die Verhältnisse innerhalb der Städte abgebildet werden. Ob sich diese ungleiche Verteilung bildet, weil Menschen mit Migrationshintergrund zusammen in bestimmten Stadtteilen leben wollen oder weil sie geringere Chancen haben in andere Stadtteile umzuziehen lässt sich anhand solcher Darstellungen indes nicht klären.

Auch in NRW und Deutschland leben Migranten sehr unterschiedlich verteilt

Nordrhein-Westfalen hat grundsätzlich einen relativ hohen Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund. Ein Blick auf deren Verteilung zeigt aber deutlich, dass die Variation innerhalb Nordrhein-Westfalens sehr groß ist. Während ihr Anteil in den ländlichen Regionen häufig weniger als fünf Prozent beträgt, liegt er in den städtischen Regionen mit über 20% deutlich höher.

Haushalte mit Migrationshintergrund in NRW

Auch innerhalb Deutschlands ist die räumliche Verteilung von Menschen mit Migrationshintergrund sehr unterschiedlich. So ist der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund in Ostdeutschland grundsätzlich wesentlich geringer als in Westdeutschland. Außerdem leben Personen mit Migrationshintergrund häufiger in großen Städten und Ballungsgebieten.

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Ansprechpartner:
Dr. Sandra Schaffner, Tel.: (0201) 81 49-282
Jörg Schäfer (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-244

Diesem Beitrag liegen Rasterdatensätze für Nordrhein-Westfalen und das Ruhrgebiet zugrunde. Auf Nachfrage sind für die Wissenschaft beim FDZ Ruhr am RWI Rasterdatensätze für zahlreiche deutsche Städte und Regionen erhältlich. Die Berechnung ist Teil der Rubrik „Fundgrube“, in der Datensätze des FDZ Ruhr am RWI ausgewertet werden. Alle Beiträge der „Fundgrube“ des FDZ Ruhr am RWI finden Sie unter http://fdz.rwi-essen.de/fundgrube.html.

Karten in druckfähiger Auflösung:

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