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Immobilien: Mietpreise sind nur scheinbar gesunken

Press release from 11 July 2019

Zahlreiche Medien haben in den vergangenen Wochen über sinkende Mietpreise im ersten Quartal 2019 berichtet. Allerdings ist dieser leichte Rückgang vor allem durch ein geringeres Angebot von Wohnungen in teuren Regionen zu erklären, zeigt eine neue Datenanalyse des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Unter Berücksichtigung der Regionen und der Beschaffenheit der Wohnungen sind die Mietpreise weiter angestiegen – wenn auch weniger stark als in den beiden Vorjahren. Seit Anfang 2008 haben die Mieten in Deutschland um durchschnittlich knapp 35 Prozent zugelegt. Noch stärker fiel der Anstieg der Kaufpreise für Wohnungen aus.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Im Jahr 2018 kostete eine Eigentumswohnung durchschnittlich 61 Prozent mehr als eine Wohnung mit vergleichbarer Ausstattung im Jahr 2008. Die Kaufpreise für Häuser legten im gleichen Zeitraum um 33 Prozent zu.
  • Die größten Preissteigerungen seit 2008 sind mit knapp 240 Prozent in München zu beobachten, gefolgt von kleineren Städten und Kreisen in Süddeutschland.
  • Während die Kaufpreise für Immobilien in den vergangenen Jahren immer stärker angestiegen sind, haben die durchschnittlichen Mieten in Deutschland relativ konstant zugelegt, allerdings mit großen regionalen Unterschieden.
  • Die größten Veränderungen bei den Mietpreisen gab es in Stuttgart, wo die Mieten für Wohnungen seit 2008 um 108 Prozent zugelegt haben. Auf Platz 2 und 3 folgen München und Berlin mit Mietpreissteigerungen von 93 bzw. 67 Prozent.
  • Im letzten Quartal 2018 und im ersten Quartal 2019 sind die Mietpreise in einigen teuren Großstädten stagniert oder sogar leicht gesunken. Im Vergleich zum ersten Quartal 2018 sind sie jedoch in allen Großstädten deutlich gestiegen.
  • Die im gesamtdeutschen Durchschnitt leicht sinkenden Mietpreise im ersten Quartal 2019 sind auf ein geringeres Angebot an Wohnungen in teuren Regionen und mit hoher Qualität zurückzuführen.  

„Die Immobilienpreise entwickeln sich regional nach wie vor sehr unterschiedlich. Abgesehen von den deutschen Metropolen steigen auch die Preise in vielen wirtschaftsstarken Kleinstädten und Kreisen stark an“, sagt Sandra Schaffner, Leiterin des FDZ Ruhr am RWI. „Die Tatsache, dass das Angebot an hochwertigen Wohnungen in teuren Regionen in letzter Zeit abgenommen hat, könnte darauf hindeuten, dass Mieter aus diesen Wohnungen seltener ausziehen oder die Wohnungen vermehrt privat vergeben werden.“

Die Analyse basiert auf Angebotsdaten aus dem Datensatz RWI-GEO-RED. Darin erfasst das FDZ Ruhr am RWI systematisch Daten aller deutschen Wohnungen und Häuser, die in den Jahren 2008 bis 2019 auf der Internetplattform ImmobilienScout24 zum Kauf oder zur Miete angeboten wurden.

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Ihre Ansprechpartner/in dazu:
Dr. Sandra Schaffner, Tel.: (0201) 81 49-282
Sabine Weiler (Pressestelle) Tel.: (0201) 81 49-213

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Dieser Pressemitteilung liegt die RWI Fundgrube zugrunde. Sie kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

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