RWI in den Medien

Wer verschmutzt, soll zahlen

Viele Umweltschützer von „Fridays for Future“ fordern, dass Politiker eine CO2-Steuer einführen. Das ist eine gute Idee, meint der Wirtschaftsforscher Christoph M. Schmidt.

Dein SPIEGEL vom 20.08.2019

"Dein SPIEGELtt: Was ist eine C02-Steuer?

Christoph M. Schmidt: Es geht darum, dass der Ausstoß von C02 Geld kosten soll, zum Beispiel 20 Euro pro Tonne. Jeder zahlt dann für so viel co2, wie seinetwegen in der Luft landet. Alle müssten diese Steuer zahlen: nicht nur Firmen, die Fabriken betreiben, sondern auch Familien, die mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen. Die Steuer würde vor allem Dinge teurer machen, durch die viel CO2 produziert wird. Autofahren zum Beispiel. Ein Liter Benzin würde dann fünf Cent mehr kosten als bisher.

Das klingt wie eine Strafzahlung. Was soll das bringen?

Die Politiker müssen sich überlegen, wie sie möglichst viele Menschen dazu bringen können, umweltbewusster zu leben. Wenn Benzin teurer wird, denken manche vielleicht darüber nach, ob Kinder wirklich mit dem Auto zur Schule gefahren werden müssen - oder ob sie besser mit dem Rad oder mit dem Bus fahren. Mit der Zeit merken dann einige vielleicht, dass das auch gut funktioniert.

Was könnte die Regierung mit dem Geld machen, das sie durch eine C02-Steuer einnimmt?

Eine Möglichkeit wäre, dass mehr Busse gekauft und Bahnstrecken ausgebaut werden. Einigen Menschen würde es vermutlich leichter fallen, auf das Auto zu verzichten, wenn sie auch auf andere Weise bequem ans Ziel kommen.

Wann könnte es diese Steuer geben?

ln Deutschland könnte es noch in diesem Jahr passieren. Die Entscheidung, sie einzuführen, liegt bei der Bundesregierung.

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