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Regionale Wachstumseffekte der GRW-Förderung? – Eine räumlich-ökonometrische Analyse auf Basis deutscher Arbeitsmarktregionen

by Björn Alecke, Timo Mitze and Gerhardt Untiedt

RWI, 03/2011, 44 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-276-7

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Abstract

Die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) ist das zentrale wirtschaftspolitische Instrument zur Förderung entwicklungsschwacher Regionen in Deutschland seit Ende der 1960er Jahre. Seit der deutschen Wiedervereinigung kommt es zudem flächendeckend in den neuen Bundesländern zur Förderung der privaten Investitionstätigkeit und wirtschaftsnahen Infrastruktur zum Einsatz. In dieser Untersuchung wird der Einfluss der GRW-Förderung auf das Produktivitätswachstum der 225 deutschen Arbeitsmarktregionen im Zeitraum von 1994 bis 2006 empirisch untersucht. Ausgangspunkt ist eine neoklassisch motivierte Konvergenzgleichung. Die Schätzergebnisse zeigen für verschiedene Modellspezifikationen einen signifikant positiven Einfluss der Förderung auf das Produktivitätswachstum der geförderten Arbeitsmarktregionen. Es wird gezeigt, dass sich die Konvergenzgeschwindigkeit für Regionen deutlich unterhalb ihres steady state nahezu verdoppelt. Um die Robustheit der Ergebnisse zu überprüfen, wird das klassische ökonometrische Modell schließlich um „räumliche“ Komponenten erweitert. Sowohl für das Spatial Durbin- und auch das Spatial Durbin Error-Modell ergeben sich negative Spillovereffekte der GRWFörderung. Dieser indirekte Effekt bleibt stabil, wenn räumliche Lags weiterer erklärender Variablen in die Schätzgleichung aufgenommen werden. Er kann u.a. damit erklärt werden, dass die geförderte Region im Standortvergleich attraktiver wird und somit – wie politisch gewollt – Investitionen aus anderen Regionen „abzieht“. Im Resultat führen die negativen räumlichen Spillover-Effekte zu einer Verlangsamung der Konvergenzgeschwindigkeit, allerdings bleibt der Gesamteffekt der GRW-Förderung weiterhin positiv.

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