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Strukturwandel ohne Ende? - Aktuelle Vorschläge zur Revitalisierung des Ruhrgebiets und ihre Bewertung

by Bernhard Lageman, Thomas K. Bauer, Wolfgang Dürig, Rainer Kambeck, Jochen Kluve, Uwe Neumann and Christoph M. Schmidt

RWI, 08/2005, 53 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-936454-51-2

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Abstract

Das Ruhrgebiet hat in den vergangenen Jahrzehnten einen bemerkenswerten Strukturwandel durchlaufen. Stellenweise sind durchaus beachtliche Ansätze zu seiner wirtschaftlichen Revitalisierung erkennbar, es präsentiert sich heute wirtschaftlich vielfältiger als je zuvor. Nichtsdestoweniger sind auch weiterhin massive ungelöste Probleme nicht zu übersehen. Der unterdurchschnittliche Wachstumsbeitrag des Ruhrgebiets wirkt sich negativ auf die Leistung der nordrhein-westfälischen Wirtschaft insgesamt aus.
Der Schlüssel für das Verständnis der gegenwärtigen Strukturprobleme des Ruhrgebiets liegt letztlich im jahrzehntelangen und noch andauernden Schrumpfen der Montanindustrie und den mit ihm verbundenen vielfältigen Prägungen der Ruhrwirtschaft. Die Steuerungsmöglichkeiten solcher Wandlungen durch die Politik sind objektiv zwar begrenzt. Das heißt aber nicht, dass diese nicht fördernd oder hemmend auf den Strukturwandel Einfluss nehmen könnte und, ob sie dies will oder nicht, faktisch stets auch nimmt.
Die Politik hat in den vergangenen Jahrzehnten auf vielfältige Weise versucht, den Strukturwandel im Ruhrgebiet zu unterstützen. Sie hat dabei selbst einen schwierigen und widerspruchsvollen Lernprozess durchlaufen, der noch andauert. Unbestreitbaren Erfolgen auf einigen Gebieten stehen Versäumnisse und Defizite auf anderen gegenüber. Zu lange wurden z.B. Illusionen bezüglich der Unentbehrlichkeit einer im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähigen Kohleförderung genährt. Die starke Konsensorientierung der Strukturpolitik trug zwar vermutlich zur Stärkung des "Wir-Gefühls" in der Bevölkerung bei, hat aber den Strukturwandel abgebremst.

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