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Auch bei der Gesundheitsversorgung gibt es kein „free lunch“ – Effekte einer Gehaltserhöhung bei Krankenhausärzten um 30%

by Boris Augurzky, Sebastian Krolop, Christoph M. Schmidt and Stefan Terkatz

RWI, 03/2006, 5 S./p., 5 Euro

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Abstract

Gehaltserhöhungen spielen sich nie im luftleeren Raum ab, sondern beeinflussen alle Marktteilnehmer und ihre Ergebnisse. So dürfte eine 30%ige Gehaltserhöhung für Krankenhausärzte ca. 3 Mrd. Euro Zusatzkosten im Krankenhaussektor verursachen. Sollten Krankenhäuser diese Zusatzbelastungen zur Gänze selbst tragen, rechnen wir damit, dass sich zukünftig etwa 35% der Krankenhäuser in einer wirtschaftlich prekären Situation befinden können - 15%-Punkte mehr als heute (Schaubild). Sollten hingegen die Krankenversicherungen die Zusatzbelastungen zu tragen haben, würde sich der Beitragssatz zur GKV um ca. 0,26%-Punkte erhöhen und somit den Arbeitsmarkt weiter belasten. Wir gehen in diesem Falle von einer Reduktion der Nachfrage nach sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Größenordnung von 10 000 bis 30 000 Personen aus.

Antiquierte Verfahren der kollektiven Lohnfindung sind aber ohnehin nicht die beste Lösung. Statt einer pauschalen Erhöhung der Tariflöhne um 30% schlagen wir vor, die Lohnfindung den einzelnen Marktteilnehmern, also den Ärzten und Krankenhäusern zu überlassen. Wenn das Angebot für Ärzte auf dem Arbeitsmarkt aus den besagten Gründen sinkt, werden Krankenhäuser um die besten Ärzte kämpfen müssen. Hierzu brauchen sie jedoch die Freiheit, selbständig die Höhe der Gehälter unabhängig von tariflichen Regelungen vereinbaren zu können. Wie in anderen Branchen, in denen es einen Wettbewerb der Arbeitgeber um hoch qualifizierte Arbeitskräfte gibt, würde sich auch im Gesundheitswesen die angemessene Gehaltsfindung am Markt ergeben.

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