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RWI-Update: Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Krise

Press release from 12 March 2020

Jeden Tag zeigen sich neue wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Krise. Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlicht regelmäßig Schaubilder mit Updates zu aktuellen Kennzahlen. Heute im Fokus: die Automobilbranche und die Stahlindustrie in China. Alle Updates finden sich unter: http://www.rwi-essen.de/presse/corona. Dort sind auch weitere Schaubilder abrufbar, die über den RWI-Twitter-Kanal @RWI_Leibniz veröffentlicht werden.

Die wichtigsten Ergebnisse:

• In der chinesischen Automobilindustrie standen die Produktionsbänder im Februar weitgehend still. Die Produktion lag 80 Prozent unter der des Vorjahresmonats. (Schaubild 1)

• Die Autoverkäufe in der ersten Märzwoche deuten darauf hin, dass sich der chinesische Automarkt bis jetzt nicht belebt hat. (Schaubild 2)

• Dies hat Konsequenzen für Deutschland: Erstens ist China ein wichtiger Exportmarkt – 12 Prozent der deutschen PKW-Exporte gingen 2019 nach China. Zweitens sind auch die Standorte deutscher Unternehmen von dem Rückgang betroffen. Dies drückt auf die Gewinne der deutschen Autobranche.

• Auch die chinesische Stahlindustrie leidet immer stärker unter der Corona-Krise. Sie ist eine wichtige Zulieferbranche der Automobilindustrie sowie der in China bedeutsamen Bauwirtschaft und damit nah am Puls der chinesischen Konjunktur.

• Im Februar ist die Stahlproduktion zurückgegangen. In der zweiten Februarhälfte wurden im Durchschnitt nur 1,8 Millionen Tonnen je Tag produziert. (Schaubild 3) Das sind etwa neun Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2019.

• Gleichzeitig konnte die reduzierte Produktion nicht vollständig abgesetzt werden. Die Stahllager waren daher Ende Februar so gut gefüllt wie noch nie. (Schaubild 4)

RWI-Konjunkturchef Prof. Dr. Roland Döhrn sagt dazu: „Beide Entwicklungen zusammengenommen vermitteln einen Eindruck, wie stark die Wirtschaftsaktivität in China durch die Corona-Epidemie zurückgefahren wurde. Auch für Deutschland müssen wir von einem Rückgang der Produktion ausgehen. Wie ausgeprägt er sein wird, lässt sich derzeit aber nur schwer prognostizieren.“

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Ihre Ansprechpartner/in dazu:

Prof. Dr. Roland Döhrn, Tel.: (0201) 8149-262,
Sabine Weiler (Pressestelle),   Tel.: (0201) 8149-213,

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